Tagung: „Was tun mit der Kritischen Psychologie?“ (Programm) / Conference: “What to do with Critical Psychology?” (Program)

vom 04.-06.09.2025 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin (Programmheft / Program)

Livestream

Thursday: www.youtube.com/live/y0xvESXMUdo (starting 3:15 pm)

Friday: www.youtube.com/live/qtlaz8jxJPk?si=0J63wikitLOoubdA (starting 12:15 am)

Saturday: www.youtube.com/live/rrVejt2Ztlk (starting 12:15 am)

Donnerstag ab 14:30 Anmeldung, Kaffee und Kekse / Registration, coffee and cookies
15:15-16:00 Eröffnung, Grußwort und Einführung in Baustellen der Kritischen Psychologie (Orga-Team, RLS) / Opening, Greeting and Introduction (english translation) online
16:15-17:45 Geschlecht und Sexualität in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Zander & Knebel)

Zwischen Kindheit und Diagnose: Wie Psychotherapie Geschlecht schreibt; Implikationen von Rolf Pohls psychoanalytischem Konzept der Weiblichkeitsabwehr für das pädagogische Feld der emanzipatorischen Jungenarbeit; Geschichte der Kritischen Psychologie an der FU: „Sexuelle Revolution“ im Proletariat? Der Berliner Schülerladen „Rote Freiheit“ (Hollnagel)

Linking Critical-Psychological Practice and Social Movements (Nitzsche) online

Reclaiming Psychology through an Alternative: Student-Led Resistance and the Struggle for Critical Education (Volck-Paulsen & Josiasen); Tojisha-Kenkyu as Emancipatory Practice: Bethel House and the Critical Psychology in Social Entrepreneurship (Martinez Camara)

18:00-19:30 Zur Gewalt der Psychologisierung: Long Covid und postvirale Erkrankungen (Waleng) online

Das biopsychosoziale Modell auf den Kopf stellen: Vom medizinischen Schaden zur postviralen Ethik (Matthies-Boon); Empirische Daten zur Psychologisierung von Long Covid, ME/CFS und anderen postviralen Erkrankungen (Büchner); „Alles nur in deinem Kopf?“ Krankheitsgewinn und die Psychologisierung umstrittener Erkrankungen – von der Hysterie zu Long COVID (Muhr), Verdopplung der Realität: Folgen der gesundheitspolitischen Konflikte über die Krankheit ME/CFS aus einer Patientenperspektive (Waleng)

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Rubrik: Veranstaltungen |

Anmeldung: „Was tun mit der Kritischen Psychologie?“ (Tagung) / Registration: “What to do with Critical Psychology?” (Conference)

*english version below*

Programmübersicht: https://www.kritische-psychologie.de/2025/was-tun-mit-der-kritischen-psychologie-programmuebersicht

Anmeldeformular: https://docs.google.com/forms/d/1VLW2PxKKIiVAN1fVa0zeVg6iP8Ck5or8EdK1-gbe-o4/viewform?edit_requested=true

Wir bitten um Anmeldung bis zum 31.08.2025

Zeit: 04.-06. September 2025

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung: Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin

Verpflegung: Es gibt jeweils ein veganes und vegetarisches Mittagessen.

Kontakt: tagung2025[at]kritische-psychologie.de

Kosten: Wir empfehlen Spenden in Höhe von 15 Euro (Geringverdienende), 30 Euro (bei mittlerem Einkommen) oder 50 Euro (höheres Einkommen/ Soli).

Spendenkonto:

Betreff: Spende

Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GSFP)
Berliner Sparkasse
IBAN: DE61 1005 0000 0190 6859 21
BIC: BELADEBEXXX

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Rubrik: Veranstaltungen |

Open Access: Forum Kritische Psychologie – Neue Folge (Zweitveröffentlichung)

Das Forum Kritische Psychologie – Neue Folge ist auch weiterhin eine Zeitschrift im Print-Format. Neu ist jedoch, dass die Texte nach einer zwölfmonatigen Embargofrist als Open-Access-Inhalt unter der Lizenz CC-BY über den Publikationsserver der Alice Salomon Hochschule Berlin aliceOpen öffentlich zugänglich und verfügbar gemacht sowie mit einem DOI versehen werden. Alle Ausgaben und Texte finden sich außerdem eingepflegt in das FKP-NF-Literaturarchiv unserer Website (hier).

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

Rubrik: Nachrichten |

Kreatives Problemlösen als Schlussfolgern rückwärts

Oder: Auf welchen Prämissen beruht unser Alltagshandeln?

Artikel von Monique Lathan in Forum Kritische Psychologie Neue Folge 6 (2025).

Verfügbar über: https://doi.org/10.58123/aliceopen-825-8

Zusammenfassung

Der Artikel schlägt eine Heuristik vor, die es ermöglichen soll, eine bestehende kritisch-psychologische Konzeptualisierung kreativer Denkprozesse planvoll und methodisch abgesichert auf Probleme des Alltagshandelns anzuwenden. Die Grundlage dafür bilden Überlegungen aus der allgemeinen Psychologie des schlussfolgernden Denkens und der Philosophie des Geistes. Das dargestellte Analyseverfahren wird anschließend an einem authentischen Fallbeispiel aus der psychotherapeutischen Praxis ausführlich durchgespielt. Es wird daran zugleich deutlich, wie nicht nur logisches und kreatives, sondern auch deutendes und begreifendes Denken ineinandergreifen (könnten).

Abstract

Creative problem solving as reasoning backwards. Or: On what premises are our everyday actions based? The article proposes a heuristic for applying an existing critical-psychological conceptualization of creative thought processes to problems of everyday action in a planned and methodologically secured manner. The foundation for this is formed by considerations from general psychology of reasoning and philosophy of mind. The analytical procedure presented is then demonstrated in detail using an authentic case study from psychotherapeutic practice. At the same time, it becomes clear how not only logical and creative thinking, but also interpretative and comprehending thinking (could) intertwine.

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Kulturpsychologie aus subjektwissenschaftlicher Perspektive

Artikel von Wolfgang Maiers in Forum Kritische Psychologie Neue Folge 6 (2025).

Verfügbar über: https://doi.org/10.58123/aliceopen-825-7

Zusammenfassung

Grundlegend für die subjektwissenschaftliche Perspektive der Kritischen Psychologie sind zum einen historisch-empirisch gewonnene Gegenstandsbestimmungen: ihre Rekonstruktion der Psychophylogenese, der Begriff menschlicher Natur als gesellschaftlicher Natur, ihr materialistisches Verständnis menschlicher Subjekte als sozial situierter leiblicher Akteure und der Intentionalität menschlichen Handelns; zum anderen ihre von einem verallgemeinerten Subjektstandpunkt als Erkenntnisstandpunkt ausgehende aktual-empirische Forschungsmethodologie. Diese kategorial methodologischen Prinzipien erweisen sich für kulturpsychologische Programme, die individuelles Handeln und psychische Phänomene in ihrem Konstitutionsverhältnis zu sozial-kulturell tradierten Artefakten, Diskursen und Lebensformen analysieren und Menschen als begründet handelnde Subjekte in die Forschung gleichberechtigt einbeziehen, als grundsätzlich anschlussfähig. Der Ertrag einer marxistisch fundierten subjektwissenschaftlichen Perspektive für die Kulturpsychologie liegt in ihrer Fokussierung auf die Determiniertheit der kulturellen Prozesse und Formen durch die Produktionsweise einer gesellschaftlichen Formation und in den damit einhergehenden differenzierten klassentheoretischen Erklärungen für die strukturellen intersektionalen Ungleichheits-, Unterdrückungs- und Diskriminierungsverhältnisse in der Vielfalt sozial-kultureller Konstellationen. Solcherart historisch-materialistisch untersetzt, vermögen kulturpsychologische Studien, indem sie einen Zugang zur Perspektive der Akteure auf die Vielfalt und den Wandel soziokultureller Kodierungen von Lebenswelten und Subjektivitäten bieten, sich ihrerseits als produktiv für das subjektwissenschaftlich-psychologische Anliegen zu erweisen, in Forschung und Praxis die widersprüchliche Bedeutung der Produktions- und Lebensweise für die gesellschaftlichen Individuen so aufzuschließen, dass diese äußere und innere Handlungsrestriktionen begreifen und sich in emanzipatorischer Perspektive Möglichkeitsräume für ihr Handeln erschließen können.

Abstract

Cultural psychology from a subject-scientific perspective. Constitutive for the subject-scientific perspective of Critical Psychology are, on the one hand, historically empirically obtained object determinations such as its reconstruction of psycho-phylogenesis and of human nature as societal nature, its materialistic concept of human subjects as socially situated bodily actors, its determination of the intentionality of human action etc., and, on the other hand, methodological principles of actual-empirical research starting from a generalised subject point of view as a standpoint of knowledge. With this, it can in principle connect to cultural-psychological programs that analyse individual action and psychological phenomena in their constitutive relation to socially-culturally transmitted artefacts, discourses, and ways of life, and include people in research on an equal footing as subjects acting on grounds.

Rubrik: Online-Publikationen | Tags: ,

Psychologische Interventionen zur Veränderung des Umweltverhaltens – eine Kritik

Artikel von Nora Räthzel und David Uzzell in Forum Kritische Psychologie Neue Folge 6 (2025).

Verfügbar über: https://doi.org/10.58123/aliceopen-825-6

Zusammenfassung

In diesem Artikel wollen wir die in der Psychologie vorherrschende Vorstellung vom einzelnen Menschen kritisch beleuchten, die in psychologischen Strategien der Veränderung des Verhaltens gegenüber der Umwelt zum Tragen kommt. Theorien und Konzepte wie z. B. das egoistische Gen oder die Tragik der Allmende haben diese Forschungsarbeit vielfach untermauert. Die diesen speziellen Theorien zugrunde liegende Annahme besagt, dass Menschen unabhängige Monaden sind, abgeschnitten von sozialen Beziehungen und im Handeln ihren egoistischen Motiven folgend. Wir diskutieren ebenfalls einige der einflussreichsten Beiträge zur Critical Psychology und Umwelt-Soziologie, die diese individualistischen Ansätze kritisieren, in der Überzeugung, dass damit der einzelne Mensch als Summe der sozialen Beziehungen nur unzureichend abgebildet wird. Der deutsche Zweig der Critical Psychology, die Kritische Psychologie, zeichnet ein alternatives Bild vom Menschen, seinen Handlungen und Möglichkeiten. Wir regen an, von diesem Ansatz ausgehend Theorie und Praxis zu überdenken, um transformierende umweltfreundliche Praxen zu entwickeln.

Abstract

Psychological interventions to change environmental behaviour – a critique.  Our aim in this paper is to critically discuss a dominant conceptualisation of the individual that informs much of Psychology where it is being applied to behaviour change strategies. Theories and concepts such as the selfish gene, or the tragedy of the commons, we argue, have underpinned much of this research. The underlying assumption of these particular theories is that individuals are independent monads, cut off from societal relations and act in their egocentric interest. We also discuss some of the most influential contributions of Critical Psychology and Environmental Sociology, which criticize such individualistic approaches, arguing that they do not go far enough in rethinking the concept of the individual as a sum of its social relations. The German version of Critical Psychology, Kritische Psychologie, we suggest, provides an alternative view of human beings, their actions and capabilities, which can serve as a starting point for thinking and acting differently to create transformative pro- environmental practices.

 

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Subjektwissenschaftliche Erforschung von Wohnarchitektur

Ein Vorschlag zur erweiterten und vertieften Kooperation zwischen Phänomenologie und Kritischer Psychologie – am Beispiel der Arbeiten von Achim Hahn

Artikel von Karl-Heinz Braun in Forum Kritische Psychologie Neue Folge 6 (2025).

Verfügbar über: https://doi.org/10.58123/aliceopen-825-5

Zusammenfassung

Der Beitrag lotet – am Beispiel der Wohnungsfrage – die Chancen eines erweiterten und vertieften Dialogs zwischen phänomenologischer und kritisch-psychologischer Subjektwissenschaft aus. Den Ausgangspunkt bildet dabei die Charakterisierung des selbstbestimmten und mitgestalteten Wohnens als menschliches Grundbedürfnis, welches seine besonderen Qualitäten in dem Maße entwickelt, wie es zu einer architektonischen Zweck-Mittel-Umkehrung kommt. Diese universellen Bestimmungen werden dann konkretisiert und spezifiziert in Bezug auf die verschiedenen Wohnpraxen unter den gegenwärtigen Wohnverhältnissen in der BRD. Dazu wird das Konzept der Wohnklassen vorgestellt. Den Schluss bildet das Plädoyer für eine erfahrungsfundierte reflexiv-kasuistische Wohnforschung.

Abstract

Subject-scientific research into residential architecture. A proposal for extended and deepened cooperation between phenomenology and critical psychology – using the example of Achim Hahn’s work The article explores – using the example of the housing question – the opportunities for an expanded and deepened dialog between phenomenological and critical-psychological subject science. The starting point is the characterization of self-determined and co-designed housing as a basic human need, which develops its special qualities to the extent that it leads to an architectural reversal of ends and means. These universal provisions are then concretized and specified in relation to the various housing practices under the current housing conditions in the FRG. To this end, the concept of housing classes is presented. The paper concludes with a plea for reflexive-casuistic housing research based on experience.

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